Stellantis sieht sich aufgrund überhöhter Schadstoffemissionen mit einem massiven Rückruf von Peugeot- und Citroën-Fahrzeugen konfrontiert. Der Artikel in Kürze:
- Der Dieselmotor 1.5 BlueHDi ist von übermäßige NOx-Emissionen
- 52.000 Fahrzeuge potenziell betroffen in Frankreich, hergestellt zwischen Januar 2022 und 2023
- Der technische Eingriff umfasst eine Neuprogrammierung des Steuergeräts
- Dieser Rückruf könnte eine negativer Einfluss auf das Markenimage von Stellantis
Stellantis, der Automobilriese, der aus der Fusion von PSA und FCA hervorgegangen ist, steht vor einer neuen großen technischen Herausforderung. Ein massiver Rückruf wurde gerade bekannt gegeben und betrifft Tausende von Peugeot- und Citroën-Fahrzeugen. Diese groß angelegte Aktion wirft Fragen zur Zuverlässigkeit neuer Dieselmotoren und zu den Umweltauswirkungen der betroffenen Fahrzeuge auf.
Ein Problem mit Schadstoffemissionen im Mittelpunkt des Rückrufs
Der Dieselmotor 1.5 BlueHDi mit dem Code DV5R E6.3 steht im Mittelpunkt dieser Rückrufaktion. Dieser Motor wird in zahlreichen Modellen der Marken Peugeot, Citroën, Opel und DS verbaut. Das festgestellte Problem betrifft die übermäßige Stickoxidemissionen (NOx), ein Luftschadstoff, der gesundheits- und umweltschädlich ist.
Nach Angaben von Stellantis hängt die Fehlfunktion mit einer zu lange Einarbeitungszeit des Abgasnachbehandlungssystems. Dieses würde derzeit bis zu 20.000 Kilometer benötigen, um seine optimale Wirksamkeit zu erreichen, was von den Ingenieuren des Konzerns als viel zu lang angesehen wird.
Von diesem Rückruf betroffen sind vor allem Fahrzeuge, die zwischen Januar 2022 und 2023 hergestellt wurden, eine Laufleistung von weniger als 20.000 km haben und überwiegend im Stadtverkehr genutzt werden. Diese Besonderheit lässt sich durch die Betriebsbedingungen des Motors in der Stadt erklären, die für einen schnellen Temperaturanstieg des Abgasreinigungssystems weniger günstig sind.
Betroffene Modelle und Umfang des Rückrufs
Der Rückruf betrifft eine Vielzahl beliebter Modelle der Marken der Stellantis-Gruppe. Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten betroffenen Fahrzeuge:
| Marke | Modelle |
|---|---|
| Peugeot | 208, 2008, 308, 3008, 5008, Partner |
| Citroën | C3, C3 Aircross, C4, C4 Picasso, C5 Aircross |
| Opel | Verschiedene nicht näher bezeichnete Modelle |
| DS | DS3 Crossback |
Insgesamt sind es 52.000 Fahrzeuge die potenziell von dieser Rückrufaktion in Frankreich betroffen sind. Das Ausmaß dieser Maßnahme unterstreicht die Bedeutung des Problems und die Notwendigkeit für Stellantis, schnell zu handeln, um seinen Ruf zu wahren und die geltenden Umweltstandards einzuhalten.
Rückrufverfahren und technische Maßnahmen
Die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge werden individuell per Post benachrichtigt. Es ist jedoch auch möglich, dass Kunden die Initiative ergreifen indem Sie sich an einen Händler wenden oder die Website besuchen, die den Rückrufen ihrer Marke gewidmet ist. Dazu müssen Sie lediglich die Seriennummer des Fahrzeugs eingeben.
Die geplante technische Maßnahme umfasst zwei Hauptschritte:
- Eine Kilometerstandskontrolle des Fahrzeugs
- Eine Neuprogrammierung der Kalibrierung des Steuergeräts (Motorsteuergerät)
Dieser Vorgang, der etwa 30 Minuten dauert, dient der Optimierung der Funktion des Abgasnachbehandlungssystems. Ziel ist es, die Zeit zu verkürzen, die erforderlich ist, um die maximale Wirksamkeit der Abgasreinigungsvorrichtung zu erreichen, damit die Fahrzeuge bereits nach den ersten gefahrenen Kilometern die geltenden Emissionsnormen erfüllen.
«Eine Einlernphase des Systems, das derzeit 20.000 Kilometer benötigt, bevor es einsatzbereit ist, obwohl es eigentlich viel weniger Zeit benötigen sollte. Nach diesen 20.000 Kilometern gewährleistet die aktuelle Kalibrierung die korrekte Wirksamkeit des Nachbehandlungssystems. Im schlimmsten Fall kann dies zu einer Nichteinhaltung der gesetzlichen Emissionsvorschriften führen. Die Wirksamkeit des Nachbehandlungssystems wird durch eine niedrige Abgastemperatur (unzureichende Energie) beeinträchtigt.», erklärt uns der Automobilkonzern.
Auswirkungen auf das Image von Stellantis und zukünftige Herausforderungen
Dieser erneute Rückruf reiht sich ein in eine Reihe technischer Herausforderungen, denen sich Stellantis stellen muss. Der Konzern hatte bereits mit anderen Problemen zu kämpfen, darunter:
- Der Takata-Gate bezüglich defekter Airbags bei bestimmten Citroën-Modellen
- Probleme mit dem Benzinmotor 1.2 PureTech
- Fehlfunktionen des AdBlue-Systems bei bestimmten Dieselfahrzeugen
Diese Anhäufung von Erinnerungen könnte eine negativer Einfluss auf das Markenimage von Stellantis, in einem Umfeld, in dem Zuverlässigkeit und Umweltfreundlichkeit wichtige Auswahlkriterien für Verbraucher sind. Der Konzern muss seine Anstrengungen verdoppeln, um das Vertrauen der Kunden wiederherzustellen und seine Fähigkeit unter Beweis zu stellen, Fahrzeuge zu produzieren, die den gesetzlichen Anforderungen und den Erwartungen des Marktes entsprechen.
Für die Zukunft muss Stellantis zweifellos seine Qualitätskontrollprozesse verstärken und den Übergang zu saubereren Antrieben, insbesondere zu Elektroantrieben, beschleunigen. Der Konzern hat bereits massive Investitionen in diesem Bereich angekündigt, aber die effiziente Abwicklung dieser Rückrufe wird entscheidend sein, um seine Position auf dem europäischen und globalen Automobilmarkt zu behaupten.
