Renault verabschiedet sich vom Twingo mit Verbrennungsmotor und macht Platz für den Clio als Einstiegsmodell, allerdings zu einem höheren Preis.
Für Renault ist dies ein Neuanfang. Der Twingo mit Verbrennungsmotor, ein Kultmodell, das seit seiner Markteinführung 1993 Generationen von Autofahrern begeistert hat, verschwindet in der Benzinversion aus den Autohäusern. Künftig ist nur noch die Elektroversion erhältlich, was das Ende einer Ära für eines der lange Zeit günstigsten Kleinwagenmodelle auf dem Markt bedeutet. Mit dieser Einstellung wird der Clio SCe 65 PS nun zum günstigsten Renault mit Verbrennungsmotor... was für kleine Budgets nicht unbedingt erfreulich ist.
Der Clio SCe 65: teurer und leistungsschwächer denn je
Renault hat den Clio SCe 65 als Einstiegsmodell mit Verbrennungsmotor neu positioniert und den Preis auf 19.000 € festgelegt. Dieser Preis mag auf den ersten Blick konkurrenzfähig erscheinen, steht jedoch in starkem Kontrast zu den 15.000 €, die der Twingo SCe 65 im vergangenen Frühjahr noch gekostet hat. Dieses zwar sparsame und praktische, aber in die Jahre gekommene Modell war zu einer beliebten Wahl für junge Fahrer und Stadtbewohner geworden, die ein einfaches und effizientes Fahrzeug suchten.
Für diejenigen, die bisher zum Twingo gegriffen haben, könnte der Umstieg auf den Clio SCe 65 eine kalte Dusche sein. Der Clio ist nicht nur teurer, sondern mit nur 65 PS und einem CO2-Ausstoß von 120 g/km wird er auch mit einer Umweltabgabe von rund 100 Euro belegt, was die Rechnung noch weiter in die Höhe treibt. Was die Leistung angeht, wird der Motor für ein Auto dieser Kategorie als «gerade noch akzeptabel» bewertet. Im Vergleich dazu bietet ein Peugeot 208 mit 100 PS, der nur knapp 20 € mehr kostet, viel mehr Vielseitigkeit und Fahrkomfort zu einem ähnlichen Preis.
Ein Clio mit schwerem Erbe… der sich nur schwer von der Masse abheben kann
Der Clio hat schon immer einen besonderen Platz im Herzen der Renault-Fans eingenommen. Wer könnte schon den unvergesslichen Werbeslogan aus den 90er Jahren vergessen: “Nicht teuer genug, mein Sohn!”? Damals war der Clio ein idealer Kompromiss zwischen Leistung, Erschwinglichkeit und Fahrspaß. Heute scheint dieses Modell jedoch in einer Kategorie von Kleinwagen, in der der Wettbewerb besonders hart ist, etwas ins Hintertreffen zu geraten, insbesondere gegenüber Peugeot, seinem ewigen Rivalen. Der Peugeot 208, der in den letzten Jahren große Beliebtheit erlangte, hat sich mit leistungsstärkeren Motoren und moderner Ausstattung weiterentwickelt und ist dabei dennoch erschwinglich geblieben.
Das Duell der Kleinwagen: Renault vs. Dacia und Peugeot
Angesichts dieses «Einstiegsmodells» Clio SCe 65 positionieren sich zwei Konkurrenten strategisch. Da ist zum einen der Peugeot 208, der fast zum gleichen Preis verkauft wird, aber serienmäßig mit einem 100-PS-Motor, Klimaanlage, Rückfahrradar und Tempomat ausgestattet ist. Diese Ausstattung macht ihn vielseitiger für diejenigen, die ein leistungsstarkes Fahrzeug suchen, ohne ihr Budget zu sprengen.

Auf der anderen Seite präsentiert sich der Dacia Sandero, der kleine Bruder von Renault, als verlockende Alternative. Mit einem Einstiegspreis von 14.250 € bietet er bereits in der Basisversion 100 PS, was in puncto Leistung einen nicht zu vernachlässigenden Unterschied darstellt. Man muss bedenken, dass der Dacia Sandero auf derselben technischen Plattform wie der Clio basiert, aber deutlich weniger kostet. Diese wirtschaftliche Wahl liegt auf der Hand für alle, die ein einfaches, zuverlässiges und erschwingliches Auto suchen, ohne dabei auf Leistung verzichten zu müssen. Man könnte fast sagen, dass der Sandero den Twingo in den Herzen der Kunden mit kleinem Budget abgelöst hat, und vielleicht ist der Dacia Sandman wird ebenfalls mit einigen der beliebtesten Modelle von Renault konkurrieren.
Der Twingo: ein Vermächtnis, bald 100 % elektrisch
Auch wenn das Verschwinden des Twingo mit Verbrennungsmotor einige traurig stimmt, will Renault es dabei nicht belassen. Der kleine Stadtflitzer wird 2026 zurückkehren, diesmal jedoch als 100 % elektrisches Fahrzeug, mit Unterstützung eines chinesischen Herstellers. Diese Veränderung spiegelt den globalen Übergang zur Elektromobilität wider, den Renault wie viele andere Hersteller beschleunigt, um den Umweltanforderungen und den neuen Erwartungen der Verbraucher gerecht zu werden. In der Zwischenzeit müssen potenzielle Käufer, die früher einen kleinen, sparsamen Renault gesucht haben, auf alternative Lösungen zurückgreifen – oft außerhalb des Katalogs der französischen Marke.
Ein riskantes Unterfangen für Renault?
Die Entscheidung von Renault, den Clio als Einstiegsmodell mit Verbrennungsmotor zu einem höheren Preis neu zu positionieren, wirft Fragen auf. Angesichts des harten Wettbewerbs läuft die Marke Gefahr, Marktanteile in der Kategorie der erschwinglichen Kleinwagen zu verlieren. Peugeot mit seinem leistungsstärkeren 208 und Dacia mit seinem Sandero zum Tiefstpreis scheinen besser positioniert zu sein, um die Erwartungen preisbewusster Kunden zu erfüllen.
Es bleibt abzuwarten, ob die Renault-Kunden dieser neuen Positionierung folgen oder sich anderen Marken zuwenden werden, wodurch der Clio unter der Preiserhöhung und der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf die Leistung leiden würde. Die Nostalgiker des Twingo müssen bis 2026 warten, um zu sehen, was die Elektroversion zu bieten hat... in der Hoffnung, dass Renault es schafft, die Magie der ersten Generation in einer sich rasch wandelnden Automobilwelt wieder aufleben zu lassen.
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